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Geschichte  Die Insel Rhodos liegt an der Kreuzung zweier wichtiger Seewege des Mittelmeeres, zum einen zwischen der Ägäis und der Küste des mittleren Ostens sowie zum zweiten zwischen Zypern und Ägypten. Als „Treffpunkt“ dreier Kontinente hat die Insel über die Jahre viele Zivilisationen kennen gelernt. Alle Völker, die Rhodos besiedelten hinterließen Ihre Spuren in der Kultur der Insel, sowohl in der Kunst und Sprache als auch in der Architektur. Die strategische Lage der Insel verhalf ihr zu großem Reichtum und machte die Stadt Rhodos zu einer der führenden Städte der altgriechischen Welt. Rhodos ist die größte Insel auf dem Dodekanes. Rhodos Stadt liegt auf der Nordspitze der Insel und ist die Hauptstadt der Präfektur. Im Zentrum befindet sich die mittelalterliche Altstadt. Im Jahre 1988 wurde die Altstadt zum Weltkulturerbe ernannt. Die Altstadt ist das Resultat vieler unterschiedlicher Bauweisen die verschiedenen historischen Epochen entstammen, überwiegend der Zeit des Johanniterordens.   DIE KLASSISCHE PERIODE Die Insel wurde schon in der neolithischen Periode bewohnt (4000 v.Chr.). 480 v.Chr. gründeten die drei bedeutenden Städte Ialyssos, Kamiros und Lindos die Stadt Rhodos. Die 3 darauf folgenden Jahre waren die goldenen Jahre von Rhodos. Handel, geschickte Schiffsbauer und die vorsichtigen und weltoffenen politischen und diplomatischen Entscheidungen hielten die Stadt stark und wohlhabend bis in die Romanische Zeit hinein. Während dieser Zeit produzierte Rhodos fantastische Kunstwerke. Das wohl am meisten gefeierte ist der Koloss von Rhodos, eines der 7 Weltwunder der Alten Welt, gebaut zwischen 304 und 293 v.Chr. Die Erbauung des Kolosses ist das Werk des Lyndischen Bildhauers Hares. Sie dauerte 12 Jahre und wurde 282 v. Chr. fertig gestellt. Die Statue, die den Sonnengott Helios darstellte, stand an der Hafeneinfahrt bis im Jahre 226 v.Chr. ein Erdbeben die Insel Rhodos heimsuchte. Die Stadt wurde stark beschädigt und der Koloss zerstört.  Der Stadtplan des alten Rhodos spiegelt die städtebaulichen und philosophischen Ideen des alten griechischen Bauplaner Hippodamus wieder. Der Straßenplan ist seit Jahrzehnten bekannt durch archäologische Ausgrabungen. Die abgetrennten Gebäudeblocks (insulae) haben alle die gleichen Ausmaße, 47.00x26.50 m. Sie umfassten jeweils 3 Häuser und waren umgeben von 5-6 m breiten Straßen. Größere Gebäudeeinheiten wurden von breiteren Straßen umgeben (8-11 m). Jedes Gebiet umfasste 36 Blöcke oder 108 Häuser. Die alte Stadt hatte ein ausgedehntes und gut ausgebautes Abwassersystem als auch Wasserversorgung.   DIE ROMANISCHE PERIODE Die Unabhängigkeit der Stadt fand ihr Ende im Jahr 164 v.Chr. als Rhodos zu einer Provinz des Römischen Königreiches wurde. Aber selbst im ersten Jahrhundert nach Christus bewahrte sich Rhodos seinen Glanz und entwickelte sich zu einem bedeutenden Zentrum von Bildung, Wissenschaft und Kunst. Neben den schriftliche überlieferten Quellen geben uns vor allem die archäologischen Nachforschungen einen klaren Eindruck über den Zivilisationsstand dieser Periode.   DIE CHRISTLICHE PERIODE Während der frühen christlichen Periode (330-650 n.Chr.) gehörte Rhodos zum östlichen Teil des christianisierten Römischen Reiches, welches in der Geschichte als das Byzantinische Reich bekannt ist. Obwohl Rhodos in dieser Zeit weniger bedeutend und wohlhabend war, gab es eine große Zahl an Kirchen, darunter beeindruckend große Basilika. Die Insel war auch eine wichtige Militärstation. Die Araber, welche im 7. Jh das erste Mal im Mittelmeerraum auftraten attackierten Rhodos und besetzen es für einige Jahrzehnte. Die Stadt schrumpfte in den darauf folgenden Jahrhunderten und wurde mit neuen Mauern gestärkt. Zur selben Zeit wurde die Stadt in 2 Zonen geteilt. Eine Zone war den politischen und militärischen Herrschern vorbehalten, in der anderen lebte das einfache Volk. Eine Teilung, die das soziale Leben im Mittelalter widerspiegelt. Leider gibt es zu dieser Periode nur wenige Überlieferungen. Die Aufbauarbeiten der Italiener vernachlässigte oder zerstörte sogar die übrig gebliebenen Gebäude, indem man den Gebäuden der Ritterzeit den Vorrang gab.  DIE RITTERZEIT Während der Ritterzeit wurden die Befestigungsanlagen ausgeweitet, modernisiert und ständig verstärkt. Ein Krankenhaus, ein Palast, verschiedene Kirchen sowie viele öffentliche Gebäude wurden in dieser Zeit gebaut. Sie stellen heute interessante Beispiele der Architektur der Gotik und Renaissance dar. Trotz der Feindschaft mit dem Ottomanischen Reich war der Seehandel eine Quelle des Reichtums und die Märkte der Stadt wuchsen. Unter den Rittern erfuhr die Stadt Wohlstand und die Beziehung zwischen den Rittern und der Bevölkerung wurde gekennzeichnet durch Toleranz und oftmals enge Zusammenarbeit.  Die meisten Straßen der mittelalterlichen Stadt fallen mit denen der alten Stadt zusammen. Die Teilung der Stadt in die beiden Teile wurde beibehalten. Der Ritterorden auf Rhodos führte ein gut organisiertes Archiv welches verschiedene Dokumente enthielt über die Herrscher, deren Schriftwechsel, notarielle Unterlagen usw. Das Archiv überlebte und ist heute zu sehen in der Staatsbibliothek von Malta. Ihm verdanken wir wertvolle Informationen über diese Zeit. Die Stadt war in zwei Teile gespaltet durch eine innere Mauer. Der nördliche Teil, bekannt als Chastel, Chateau, Castrum, Castellum oder Conventus, war die Seite des Großmeisterpalastes, der Kirche der Ritter, der lateinischen Kapelle, der katholischen Bischofsresidenz, des Krankenhauses und der verschiedenen Sprachteile der Ritterhäuser, usw. Der südliche Teil, bekannt als ville, burgus oder burgum war der Bereich in dem das einfache Volk lebte. Er beinhaltete den Markt, Synagogen, Kirchen sowie öffentliche und kommerzielle Gebäude.   DIE OTTOMANISCHE PERIODE 1522 eroberten die türkischen Ottomanen Rhodos nach einer langen zweiten Belagerung. Neue Gebäude wurden errichtet: Moscheen, öffentliche Bäder und Unterkünfte für die neuen Schirmherren. Die Griechen wurden gezwungen die Stadtgrenzen zu verlassen und in die Vororte außerhalb der Mauern zu ziehen In der ottomanischen Zeit büßte Rhodos seinen internationalen Charakter ein. Die Stadt behielt jedoch ihre wirtschaftliche Funktion als Handelsplatz der landwirtschaftlichen Produkte des Inselinneren und der umliegenden kleinen Inseln. Nachdem die ottomanischen Türken auf der Insel Ihr Souveränität hergestellt hatten, bauten sie die beschädigte Stadtmauer wieder auf, verwandelten die meisten Kirchen in Moscheen und bauten einen Großteil der Häuser in private Herrenhäuser oder öffentliche Gebäude aus. Dieser Umbau war ein langwieriger Prozess, der darauf ausgerichtet war, die Gebäude dem ottomanischen Lebensstil anzupassen. Die Fassaden aus der Ritterzeit wurden verziert nach dem willkürlichen Geschmack der ottomanischen Bauweise, angepasst an das lokale Klima und die Kultur. Während diesem Prozess wurden der architektonische Grundcharakter der bestehenden Gebäude beibehalten. Die wohl typischsten Zusätze waren die Bäder (normalerweise an der Hinterseite der Gebäude) und die angeschlossenen hölzernen Balkone an den Fassaden der engen Gassen. Das Ergebnis war eine Mischung orientalischer Architektur mit imposanter westlicher Bauweise. Aus der Schwächung des Ottomanischen Reiches resultierte im 19. Jh. eine Vernachlässigung der Stadt und ihrer Gebäude. Außerdem plagten starke Erdbeben die Region, so dass die Stadt weiter verfiel.   DIE ITALIENISCHE PERIODE Italienische Truppen eroberten die Insel und den Rest des Dodekanes 1912 und im Jahr 1923 gründete Italien die Kolonie Isole Italiane del Egeo (Itlaienische Inseln der Ägäis). Die Italiener zerstörten alle Häuser die auf und neben der Stadtmauer gebaut worden waren und machten aus den Judischen und Ottomanischen Friedhöfen eine „Grünzone“, die die mittelalterliche Stadt umgab. Sie bewahrten die Überreste der Ritterzeit, entfernten die Ottomanischen Anbauten und errichteten wieder den Großmeisterpalast. Außerdem gründeten Sie ein Institut für Kulturelle und Historische Studien. Die Italiener unternahmen ausgedehnte Ausbauarbeiten an der Infrastruktur (Straßen, Elektrizität, Hafen usw.) und transformierten die Stadt Rhodos. Rhodos bekam einen neuen Stadtplan, städtebauliche Verordnungen und viele neue öffentliche und private Gebäude.  NEUZEIT Englische Bomben, die die Altstadt von Rhodos 1944 trafen, forderten Menschenleben, zerstörten eine große Anzahl von Bauten und hinterließen ein großes Loch in der Stadtkasse. Einer der ersten Erlässe der griechischen Verwaltung erklärte die zerstörten Bereiche als reserviert für zukünftige Ausgrabungen und schützte eine große Zahl von Gebäuden. 1957 wurde ein neuer Stadtplan erlassen und 1950 erklärte das Kultusministerium die gesamte mittelalterliche Stadt als geschütztes Denkmal. In den Jahren 1961 und 1963 kamen weitere Punkte zum Stadtplan hinzu. Sie erlaubten den Ausbau existierender Strassen sowie die Eröffnung neuer Strassen. Dies wurde in der Altstadt nicht umgesetzt aufgrund der andauernden archäologischen Arbeiten. 1988 wurde Rhodos zum Weltkulturerbe der UNESCO ernannt. Das Kultusministerium, rechtmäßig vertreten durch den örtlichen archäologischen Service, ist verantwortlich für die Ausgrabungen und den Erhalt der historischen Gebäude und Kunstwerke Eine der ersten Aufgaben des Archäologischen Services war die Rekonstruktion und Konsolidierung der stark zerstörten Festigungsanlagen und des Hauses, welches das Archäologische Museum beherbergt. Durch Ausgrabungen am nordöstlichen Ende der mittelalterlichen Stadt entdeckte man vor dem großen alten Hafen (heutiger Handelshafen) die Befestigungsanlage der Hellenistischen Stadt. Da wenige Gebäude neu erbaut wurden, schränkten sich die Ausgrabungsmöglichkeiten des archäologischen Services ein. Auf der anderen Seite boten sich gerade in den 70er und 80er Jahren durch den Bauboom viele Gelegenheiten außerhalb der alten Stadtmauern . Spätere Ausgrabungen auf einem Privatgrundstück gaben Aufschluss über zwei historische Phasen der Mauer der Hellenistischen Stadt, eine vor und eine nach der Belagerung durch Demetrios Poliorkitis (der Besieger) (305-304 v.Chr.) Das Fundament des Uhrenturmes und des Eckturmes der Hospitalier weiter östlich sind einige der wenigen bekannten Gebäude der byzantinischen Zeit, die überlebt haben. In Ausgrabungen nach 1980 enthullte man in der mittelalterlichen Stadt zwei große christliche Basilika. Außerdem entdeckte man den östlichen Teil und Abschnitte der südlichen byzantinischen Stadtmauer. Danach konnte man endlich die Lage der Mauer, der Türme und die Collachio Mauer identifizieren. In historischen Städten wie Rhodos, in denen das Leben weitergeht wird bautechnische Erhaltung ein schwieriges Unterfangen. In einem Versuch die neuzeitlichen Problemen der mittelalterlichen Stadt in den Griff zu bekommen, erließen das Kultusministerium, die Gemeinde Rhodos und der Fundus Archäologischer Einnahmen 1984 einen Vertrag, welcher 1985 zur Gründung eines „Amtes zum Schutz und zur Restauration der mittelalterlichen Stadt Rhodos“ führte. Der Vertrag zielt auf die Verbesserung des historischen und kulturellen Erscheinungsbildes der Stadt, der Lebensbedingungen und auf die Entwicklung produktiver Aktivitäten. Gegenstand des Vertrages sind neben städteplanerischen Projekten auch Restaurationsstudien und die Weiterführung von Restaurationen und archäologischen Ausgrabungen. In Zusammenarbeit mit dem Planungsministerium und mit Zustimmung des Archäologischen Services, erarbeitete das Amt ein weiteres Dekret für die Altstadt. Darin wird die Altstadt zum geschützten Projekt des Planungsministeriums erklärt. Das Dekret schlägt die Trennung des Kommerziellen Zentrums von den Wohnvierteln vor. Des weiteren nimmt es die Durchsetzung der oben angeführten Punkte auf. Es definiert Abstände zwischen Geschäften des gleichen Handelszweiges und nennt Vorschriften für die wenigen Blöcke, die noch nicht bebaut worden sind. Als Versuch der engen Zusammenarbeit des Kultusministeriums und des Planungsministeriums sieht das Dekret vor, dass das Kultusministerium, vertreten durch den archäologischen Service vor Ort, verantwortlich ist für die Beantragung des Dekrets selbst. Das Dekret wurde dem Planungsministerium zur Bewilligung eingereicht. Parallel dazu hat das Amt zum für den Erhalt der Altstadt verschiedene Schutzprojekte ausgeführt, welche entweder schon abgeschlossen oder noch in Arbeit sind. Davon wären zu nennen:  Die Restauration von 24 Wohngebäuden, welche besetzt sind von armen Familien, die nur eine geringe Miete bezahlen. Die Gebäude gehören verschiedenen geschichtlichen Abschnitten an und repräsentieren eine Mischung unterschiedlichster Baustile gleich nebeneinander. Restauration des Hospizes der Heiligen Katharina, ein Gebäude aus dem 15. Jh., das in seiner ursprünglichen Form wieder hergestellt wurde. Ein Schlafzimmer wird originalgetreu gezeigt. Das Hospiz wird heute als Ausstellungs- und Schulungsort verwendet. Bau der Städtischen Klinik. Ein Wohngebäude, welches während den Luftangriffen zerstört worden war, wurde wieder aufgebaut und beherbergt heute die Städtische Klinik der mittelalterlichen Altstadt. Die Rekonstruktion wurde gestützt auf Fotografien von vor dem Krieg. Wiederaufbau des Hauses des Orthodoxen Bischofs, bekannt als das Haus des britischen Marineministeriums. Das Hospitalier Herrenhaus aus dem 15. Jh. mit Einflüssen aus der Renaissance wird heute noch restauriert und konsolidiert. Später wird dort das Öffentliche Archiv der Inseln des Dodekanes untergebracht werden. Wiederherstellung und Erhalt der Öffentlichen Bäder. Gebaut von den Ottomanen im Jahr 1581 und bekannt als Yeni Hamam (Neue Bäder), wurden sie mehr als 4 Jahrhunderte von den Einwohnern der mittelalterlichen Stadt genutzt. Während den Arbeiten wurden 2 alte Schichten freigelegt und werden an einigen der Wände sichtbar bleiben.  Bau der Stadt Infrastruktur. Neue Wasserversorgung, Abwassersystem, Telefon, Feuerschutz und TV Kabelnetz umfassen dieses Projekt. Die Strassen werden vorgepflastert mit traditionellen, natürlichen Materialien. Gleichzeitig werden offene Flächen zu öffentlichen Parks, Plätzen und Parkflächen umgestaltet. Beleuchtung der Stadtmauer. Die Festungsanlagen wurden nachts angestrahlt um vorsichtig Ihre schönsten Seiten hervorzuheben. Der Wehrgang, die Tore, die Türme sowie die bildhauerischen Verziehrungen wurden durch angenehme Beleuchtung hervorgehoben. Die Straßenbeleuchtung wurde neu entworfen um eine ordentliche Ausleuchtung der Straßen zu erreichen. Die alten Lichter wurden erhalten und repariert und neue wurden angebaut. Das Projekt wird weitergeführt um alle Straßen der Altstadt abzudecken. Für jeden Platz wird eine spezielle Beleuchtung kreiert werden. |


